
Der Klimawandel hat zu einem Ansteigen der Meeresoberflächentemperaturen in Nord- und Ostsee geführt. Der Temperaturanstieg gepaart mit teilweise höheren Süßwasserzuflüssen in die Weltmeere führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels und womöglich sogar zu veränderten Strömungsverhältnissen. Sturmfluten laufen durch den erhöhten Meeresspiegel potenziell höher auf und können dementsprechend größere Schäden an den Küsten anrichten (Foto: Erosion an einem Dünenkliff nach Wintersturm, M. Mossbauer). Die bestehenden Küstenschutzmaßnahmen an Nord- und Ostsee und in den Mündungsgebieten der großen Flüsse, den Ästuaren, müssen auf ihre Zukunftsfähigkeit überprüft werden. Auch an den Flüssen im Hinterland müssen die Hochwasserschutzmaßnahmen an veränderte Niederschlags- und damit Abflussmengen angepasst werden. Die Auswirkungen des Klimawandels können dabei regional in unterschiedliche Richtungen wirken und unterschiedlich stark ausfallen.
Mit einem Anstieg der Meerestemperatur bestehen für eingedriftete Tiere aus wärmeren Meeren zunehmend bessere Chancen, in unseren klimatisch gemäßigten Meeresgebieten zu überleben, während kälteliebende Arten eher verdrängt werden. Höhere Temperaturen regen den Stoffwechsel der Pflanzen und Tiere an, die im Meer leben und können die bestehenden Gleichgewichte zwischen pflanzlichen Produzenten, Pflanzenfressern und Räubern neu ordnen und so zu Verschiebungen in den Lebensgemeinschaften führen. Diese Verdänderungen wirken sich grundsätzlich auch auf die Fischerei aus.
Wärmeres Wasser kann weniger Gase lösen, weshalb sich z.B. sauerstoffarme Todeszonen ausbreiten können. Wärmere Meere gepaart mit einem Überangebot an Nährstoffen (Eutrophierung, Überdüngung) können häufigere, schneller ablaufende Blüten von Mikroalgen und anderen Einzellern verursachen, die sich negativ auf den Badetourismus und auf die anderen Meeresbewohner auswirken. Der Überschuss an Kohlendioxid (CO2), der neben anderen klimawirksamen Gasen hauptsächlich für den derzeit beobachteten Klimawandel verantwortlich gemacht wird, führt zudem zu einer Versauerung von Meeren und anderen Gewässern. CO2 löst sich sehr gut in Wasser, mit dem es Kohlensäure bildet. Die Kohlensäure greift Kalkschalen- und skelette von Organismen wie z.B. von Muscheln und Schnecken oder Planktonorganismen an und erschwert die Bereitstellung von gelöstem Kalk für den Aufbau der Kalkstrukturen.
Indirekt erfordert der Klimawandel nicht nur Anpassungen im Küstenschutz, sondern auch an die Energie-Erzeugung und -Bereitstellung. Windparks an der Küste und im Meer sind im Entstehen. Sie stellen sowohl neue Gefahren als auch Chancen für die Meeresumwelt und andere Meeresnutzer dar. Die Schifffahrt befürchtet Zusammenstöße, die Fischerei Bebauung von Fanggründen, der Naturschutz befürchtet Beeinträchtigungen von Meereslebewesen durch den Bau der Anlagen und das Verlegen von Kabeln und Zusammenstöße von Vögeln und Fledermäusen mit den sich drehenden Rotorblättern. Manch einer betrachtet Windparks als Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, was für den Tourismus eine entscheidende Rolle spielt. Andererseits können einmal gebaute Anlagen zu neuen Meeresschutzgebieten werden, eben weil sie nicht befahren werden können. Außerdem bieten sie Pflanzen und Tieren neuen Lebensraum, die auf harte Untergründe angewiesen sind. Neuartige Offshore-Aquakulturanlagen könnten an den Pfeilern entstehen. In den Küstenregionen können neue Arbeitsplätze für Aufbau und Wartung der Windanlagen entstehen. Chancen und Risiken müssen bedacht und abgewogen werden, um eine für alle tragbare Lösung zu finden.

Die Küstenregionen, besonders die Inseln zeichnen sich durch hohe Sonnenscheindauer aus, deshalb sind die Küstenregionen auch für solare Strom- und Wärmeerzeugung interessante Gebiete (Foto: Solaranlage bei Spandow, G. Schernewski). Die Küstenzonen in Deutschland sind ländlich geprägt. Landwirtschaft und Tourismus mit den ihnen nachgeschalteten Wirtschaftszweigen sind in vielen Regionen Haupterwerbszweige für die Bevölkerung. Landwirtschaftlichen Betrieben eröffnen sich neue Möglichkeiten durch die Erzeugung von pflanzlichen Rohstoffen (Biomasse) für die Treibstoffgewinnung und als Heizenergie, sowie für die Erzeugung von Biogas. Aber eine initensivierte Landwirtschaft bietet auch Gefahren für die Umwelt durch hohen Pestizid- und Dünge-Einsatz und eine mögliche Reaktivierung von Brachen, die bisher dem Naturschutz zugute kamen.
Für den Ökologie-Kurs des Hansa-Gymnasiums Stralsund:
Lest den Hintergrundartikel auf dieser Seite. In der Infothek des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung findet ihr Kernaussagen zum Klimawandel. Die Umweltverbände informieren sehr ausführlich über Klimawandel und Klimaschutz. Im EUCC-Modul Klimawandel & Küste gibt es ausführliche Hintergrundinformationen zu den Auswirkungen an unseren Küsten in Kapitel 2 und dazu, was Politik, Wirtschaft und wir selbst tun können in Kapitel 3. Im Modul Klimawandel & Küstenschutz wird die Küste MVs, Klimawandelfolgen, Küstenschutz, Klimaschutz besprochen
. Sucht die Kapitel und Beispiele heraus, die für eure Region relevant sind. Im Modul Küstenschutzwälder findet ihr ein Kapitel über Konflikte zwischen Küstenschutz und Tourismus (Kapitel 6 - Gefährdung - Tourismus). Mit dem Norddeutschen Klimaatlas könnt ihr herausfinden, wie sich das Klima an der Ostsee voraussichtlich entwickeln wird. Das Umweltbundesamt betreibt einen
Karten-Informationsdient darüber, welche Großbetriebe Schadstoffe und Abgase emittieren. Ihr könnt eure Region auf der Karte auswählen oder in der Suche die Region und die Schadstoffgruppen (Treibhausgase ganz unten) auswählen. Beim LUNG-MV findet ihr Angaben über CO2-Emissionen in MV und in einer Broschüre werden Klimaschutzprojekte vorgestellt. Beim StAUN-Stralsund könnt ihr erfahren, was in eurer Region für den Küstenschutz getan wird. Alle Links findet ihr hier. Sucht euch je ein Thema aus, das ihr gerne vertiefen möcht, ihr sollt nicht alles durcharbeiten. Wenn ihr Zeit habt, sucht im Internet nach weiteren Informationen bezogen auf eure Region.
Informationen der Küsten Union Deutschland (EUCC-D) und Partnern über den Klimawandel an der Küste: Klimawandel & KüsteMeeresspiegelanstiegKlimawandel & KüstenschutzKüstenschutzwälderKüsten- & NaturschutzKüstenschutz im WattenmeerSalzwiesen als KüstenschutzFlyer Klimawandel an der deutschen OstseeküsteOffshore-Windkraft im Wattenmeer
Klimaforschung und Klimavorhersagen: Norddeutsches KlimabüroNorddeutscher KlimaatlasDeutsches Klima Konsortium (DKK) - Zusammenschluss mehrerer Forschungsinstitute, die Klimaforschung betreiben
Infothek des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK)
Klimawandel und Klimaschutz - Behördeninformationen: Das Umweltbundesamt (UBA) über
KlimaschutzBundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit -
Klima & EnergieGutachten des Johann Heinrich von Thünen-Instituts für Ostseefischerei über Auswirkungen des geplanten Kohlekraftwerks Lubmin auf Fischbestände im Greifswalder Bodden beim StAUN-Stralsund
Weitere
Umweltinformationen des StAUN-Stralsund zum Kohlekraftwerk Lubmin
Klimaschutz für Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt HH
Klimaschutz MV-Regierung,
LUNG-MV (Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie)
Klimaschutz in NiedersachsenKlimaschutz in SH
Umweltverbände über Klimawandel und Klimaschutz: KlimaallianzBUNDGreenpeaceNABUWWFNABU SH
Verbrauchertipp: Sparsame und effiziente Elektrogeräte finden mit den
EcoTopTen-Empfelungen des Öko-Instituts
Küstenschutz:Küstenschutz an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns,
StAUN Rostock (Staatliches Amt für Umwelt und Natur)
StAUN-Stralsund -
KüstenschutzKüstenschutz in Niedersachsen, NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) und Bremen,
Bremischer Deichverband Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer HH,
Hamburg Port AuthorityKüstenschutz in Schleswig-HolsteinElektronische
Handbuch für Schadstoffunfallbekämpfung an der Küste
Foto: Windkraftanlagen am Sönke-Nissen-Koog, S. Knotz