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Wir arbeiten mit Wissenschaft, NGO's, Behörden, Kommunen und Unternehmen zusammen für eine nachhaltige Nutzung der Meere und Küsten in naher Zukunft. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wenn Sie Interesse an einer Zusammenarbeit für diese Ziele haben.

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Nachhaltige Fischerei

Wie ist die Situation?

tl_files/images/Heringstage/Frischfisch_eucc-d.JPGWeltweit, auch in Deutschland, wird immer mehr Fisch verzehrt; der durchschnittliche Konsum liegt bei über 16 Kilogramm im Jahr. Fisch gilt als gesunde Nahrung. Bevorzugt landet Meeresfisch auf den Esstellern. Dorsch (außerhalb der Ostsee Kabeljau genannt) und Hering gehören zu den wirtschaftlich bedeutsamsten Arten für die deutsche Fischerei. Angelandet wurden 2007 in Deutschland rund 24.500 Tonnen Hering, 13.500 Tonnen Garnelen und andere Krebse, jeweils rund 11.000 Tonnen Kabeljau und Makrelen von insgesamt 89.700 Tonnen in Deutschland angelandeten Fischen, Muscheln und Krustentieren. Insgesamt landet die deutsche Fischereiflotte weltweit 285.000 Tonnen Meeresfrüchte an.

In Mecklenburg-Vorpommern sind annähernd 900 Fischereifahrzeuge mit über 1.400 Beschäftigten im Haupt- und Nebenerwerb aktiv, in Schleswig-Holstein mehr als 800 Fahrzeuge mit mehr als 1.100 Beschäftigten; die überwiegende Zahl arbeitet in der kleinen Küstenfischerei. In Niedersachsen gibt es rund 160 Fischereifahrzeuge, zum größten Teil Krabbenkutter. Nur 9 Universal- und Spezialfroster mit höherer Besatzungszahl waren in der Großen Hochseefischerei unterwegs. Zu den Haupt- und Nebenerwerbsfischern kommen noch zahlreiche Hobby-Angler hinzu.

Die Fischerei spielt eine große Rolle in Geschichte, Kultur und Wirtschaft an den deutschen Küsten. Rund 45.000 Menschen sind in der Küstenfischerei und den nachgeschalteten Bereichen Handel und Gastronomie beschäftigt. Für viele Touristen gehört die Einkehr in einem der zahlreichen Fischrestaurants zu einem Urlaub an der See dazu. Es ist jedoch wichtig, dass Fische und andere Meeresfrüchte schonend aus ihrem Lebensraum entnommen werden und das in nicht zu großen Mengen erfolgt, damit die Fischerei auch in Zukunft gesichert ist. Noch hat sich diese nachhaltige Bewirtschaftung der Meere und Küsten nicht überall durchgesetzt, obwohl sie für die Fische, die Meeresumwelt, aber auch für Wirtschaft, Tourismus und Gesellschaft eine verlässliche Zukunftschance darstellt. 

Quellen für die Zahlenangaben: tl_files/images/Heringstage/Raeucherfisch_eucc-d.JPG

Anlandungen und Konsum von Fischereierzeugnissen: Fisch-Informationszentrums e.V. (FIZ), Broschüre Fischerei-Wirtschaft - Zahlen & Fakten 2008 www.fischinfo.de

Fischereiflotte: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) auf dem Portal Fischerei www.portal-fischerei.de

Für den Ökologie-Kurs des Hansa-Gymnasiums:
Lest bitte den Hintergrundartikel hier auf der Seite, weitere allgemeine Informationen bieten die Module der EUCC-Küstenschul-Infothek. Auch die Lighthouse Foundation und die Umweltverbände geben ausführlich allgemeine Informationen. Einen Hintergrund zur Ostseefischerei und den Problemen bei Dorsch (Kabeljau) und Hering bietet der Beitrag der Deutschen Welle. Der Nabu-Rügen hat ein sehr informatives Faltblatt über nachhaltige Fischerei in eurer Region herausgegeben. Hier ist zusätzlich ein Link zur Küsten und Kutterfisch Rügen GmbH, wo unser Referent, Herrn Grothe, herkommt. über das Portal-Fischerei findet man unter Bund/Fischereiflotte Angaben darüber, wie viele Fischer und Fischereifahrzeuge es gibt, beim Landwirtschaftsministerium MV im Agrarbericht über Wirtschaftsdaten zur Fischerei in MV. Fangstatistiken für die Küstenfischerei in MV findet ihr beim Landesamt MV (LALLF)., genau aufgeschlüsselt nach Fischarten und Regionen in den pdf-Dokumenten auf der verlinkten Seite. Beim Fischinformationszentrum findet ihr unter dem Menüpunkt Daten & Fakten einen Bericht mit Zahlen über Fischanlandungen, Konsum, Beschäftigte, usw.. Alle weiteren Links findet ihr hier auf der Seite weiter unten. Sucht euch je ein Thema aus, das ihr gerne vertiefen möcht, ihr sollt nicht alles durcharbeiten. Wenn ihr Zeit habt, sucht im Internet nach weiteren Informationen auf eure Region bezogen.

Probleme und Konflikte

Vor hundert Jahren noch betrachtete man die Meere als unerschöpfliche Quelle für Fisch, Muscheln und Krustentiere. Heute weiß man es besser: Einige Bestände sind bereits zusammengebrochen, wie z.B. die Kabeljaubestände vor Neufundland. Haie und andere übernutzte Fischarten stehen in einigen Regionen vor dem Aussterben. Fischernetze wirken wie Filter, die die großen und dicken Fische fangen und nur die kleinen und meist jungen Fische im Meer belassen. Die großen Fische jedoch sind oftmals diejenigen, die sich fortpflanzen und damit zum Fortbestand der Bestände beitragen können. So werden in der Fischerei trotz wachsenden Aufwands (z.B. bessere Netze und Maschinen) immer weniger Fische gefangen und damit stetig abnehmende Gewinne erzielt. Das wirkt sich in der Folge auf Gastronomie, Handel und Tourismus und damit auf die Gesellschaftsstrukturen an der Küste aus.

Um das Bedürfnis der Menschen nach Fisch und anderen Meerestieren zu stillen, wagen sich manche Fischereiflotten in neue Fanggründe vor, wie z.B. in die Tiefsee. Der Mensch dringt so in vielfach noch unerforschte Lebensgemeinschaften ein, die sich aufgrund der spezifischen Lebensbedingungen langsam entwickeln und aufgrund ihrer Sensibilität umso schneller zerstört werden. Die regional arbeitenden Küstenfischer haben diese  Ausweichmöglichkeiten auf weiter entfernt liegende Fanggründe nicht.

Die Aquakultur von Fischen und anderen Meeresfrüchten bietet Auswege, bringt aber neue Konflikte und Probleme mit sich: z.B. Fischmehl als Futter, Überdüngung durch intensive Massentierhaltung, Krankheitsherd und Medikamenteneinsatz. Studentinnen und Studenten des berufsbegleitenden Masterstudiengangs "Umwelt und Bildung" der Universität Rostock  diskutieren die Vor- und Nachteile von Aquakultur am Beispiel Lachsfarmen. Außerdem ist ein guter Fischer nicht automatisch ein guter Fischfarmer.

Die empfindlichen Fischeier und Fischlarven sind sich verändernden Umweltbedingungen ausgesetzt. Klimawandel, Verschmutzung und Überdüngung (Eutrophierung) wirken sich auf die Planktongemeinschaften aus, die am Anfang der Nahrungskette bzw. der Nahrungsnetze im Meer stehen. Nicht nachhaltige Fischereimethoden zerstören Pflanzengemeinschaften und Strukturen am Meeresboden, die für die Fischaufzucht notwendig sind. Unerwünschter Beifang und die Entsorgung über Bord (Discard) beeinträchtigen selbst nicht kommerziell genutzte Lebensgemeinschaften und wirken sich auf Meeressäuger und Seevögel aus.

Lösungswege

tl_files/images/Heringstage/Moenkebude_Fischerei_kl_GSchernewski.JPGEine nachhaltige Bewirtschaftung der Meere bedeutet: Auch  in Zukunft können Menschen an der Küste von der Fischerei leben. Fische, Muscheln und Krebse sowie alle anderen Organismen in den Meeres-Ökosystemen vor unserer Haustüre können sich von der Nutzung und der Beeinflussung durch den Menschen wieder erholen bzw. in Einklang leben. Raubfische, Seevögel und Meeressäuger finden ausreichend unbelastete Nahrung. Ohne schlechtes Gewissen oder Angst vor Vergiftung können auch Menschen in Zukunft die Meeresfrüchte genießen.

Zum nachhaltigen Umgang mit Meer und Küste gehört:

  • der intelligente Einsatz von innovativen Fangmethoden, die so wenig wie möglich in die Meeresumwelt eingreifen und den unerwünschten Fang von Nicht-Zielarten, von Meeressäugern und von Seevögeln verhindern
  • die Einhaltung von Fischfang-Quoten, Schonzeiten und von zeitweiligen und langfristigen Schongebieten (Meeresschutzgebieten), damit die Natur sich in diesen Rückzugsräumen wieder regenerieren und von dort aus entfalten kann
  • eine regionale Vermarktung, so dass tatsächlich Wirtschaft und Gesellschaft an der Küste von der verantwortungsvollen Bewirtschaftung profitieren und der regionale Bezug als Aushängeschild seine Wirkung z.B. auch auf den Tourismus entfaltet
  • Aufklärungsarbeit und Einbeziehung der Küstenbevölkerung, um für jede Region den besten Weg zu finden
  • Dokumentation und Überprüfung der Maßnahmen, die die nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichen sollen, stetige Verbesserung der Maßnahmen, fortlaufende Anpassung an sich verändernde Umweltverhältnisse und technische Möglichkeiten
  • die Lösung von Problemen, die nicht direkt mit der Fischerei zu tun haben: wie z.B. der Eintrag von Schadstoffen oder die Überdüngung durch übermäßigen Nährstoffzufluss in die Küstengewässer
  • alternative Einkommensquellen für in der Fischereiwirtschaft Beschäftigte, um den wirtschaftlichen Druck besser zu verteilen: Aquakultur von Meeresorganismen unter ökologisch und ökonomisch sinnvollen Bedingungen, Tourismus (Lehrfahrten, Anglerfahrten, Tauchfahrten, etc.)
  • mehr Forschung und weitere Konzepte für die nachhaltige Entwicklung der Küstenzone

Links zu weiterführenden Informationen

Fischereiforschung

Empfehlungen des Johann-Heinrich von Thünen Instituts, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (vTI)

Fischereiforschungsschiffe und aktuelle Forschungsreisen des vTI

Forschungsreport 2006: Fisch und Klima

Forschungsreport 2006: Forschung bei Windstärke 6 - ein Tag an Bord eines Forschungsschiffes

Forschungsreport 2/2002: Wege zum Schutz untermaßiger Dorsche in der Ostsee

Forschungsreport 1/2006: Vom Kutter auf die Waage - der Wasseranteil beim Löschen des Heringsfangs

Forschungsreport 2/2007: Konkurrenz auf hoher See - die deutsche Fischerei in Konkurrenz mit neuen Raumnutzern in der Nordsee

Forschungsreport 2/2008: Aquakultur: bedeutend für die Welternährung

Forschungsreprot 2/2008: Neue Fischarten auf dem deutschen Markt

Forschungsreport 1/2007: Fisch und Muscheln - natürliche funktionelle Lebensmittel

Forschungsreport 2/2007: Dorsche in der Ostsee - wann und wo sie sich fortpflanzen

Forschungsreport 2/2006: Eisfische - Fische ohne Blut?

Gutachten über Auswirkungen des geplanten Kohlekraftwerks Lubmin auf Fischbestände im Greifswalder Bodden beim StAUN-Stralsund

Informationen anderer Institute über Fischereiforscung und die Ostsee:

Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Ozean online und Meeresforschung für Schüler

Daten zur Ostsee in der Mediathek des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung Warnemünde (IOW)

Internationale Fisch-Datenbank fishbase.org

Institut für Hydrobiologie und Fischereiwissenschaft (IHF) der Universität Hamburg

 

Fischereipolitik & -wirtschaft

Aktueller Welt-Fischerei- und Aquakultur-Bericht SOFIA (Englisch) der Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organization - FAO) der Vereinten Nationen (UN)

EU-Fischereipolitik

Bericht der Deutschen Welle (28.10.2009) zu den aktuellen Fangquoten in der Ostsee

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): Fischerei

Portal Fischerei des BMELV mit Informationen und Adressen zu Bund und Ländern

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) zur Bedrohung der biologischen Vielfalt der Meere durch ihre Übernutzung

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern: Fischereiwirtschaft und Fischerei

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein: Fischerei

Hansestadt Hamburg: Referat Jagd, Fischerei, Pferdezucht

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung - Staatliches Fischereiamt Bremerhaven

Hansestadt Bremen: Senator für Wirtschaft und Häfen - Staatliches Fischereiamt Bremerhaven


Nachhaltige Fischerei, Einkaufshilfen & Nachhaltigkeitssiegel

Aus der Küsteninfothek der Küstenschule der EUCC - Die Küsten Union Deutschland e.V.:
Nahrung aus dem Meer
Überfischung der Meere

Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V.: Bestandserhaltende Fischerei

Greenpeace e.V.: Fisch-Einkaufsführer und mehr zum Thema Fischerei

Projekt INCOFISH (IFM-GEOMAR): Fish-O-Meter  oder Fisch-Max mit wissenschaftlich empfohlene Mindestgrößen für Fische aus Nord- und Ostsee, Fische ohne Kopf und Fischfilets - z.T. abweichend von den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestmaßen, weitere Fischlineale für andere Meeresgebiete (Englisch)

Lighthouse-Foundation: Nachhaltige Fischerei

Marine Stewardship Council: MSC-Siegel für Fischereierzeugnisse aus nachhaltiger Fischerei

NABU-Rügen: Nachhaltige Fischerei und Regionalsiegel Kutter- und Küstenfischerei Mecklenburg-Vorpommern

Naturland-Richtlinien für nachhaltige Fischerei und Aquakultur

WWF-Einkaufsratgeber Fisch


Informationen von Verbänden

Ausführliche Informationen zu Fischerei und Meer aus unterschiedlichen Quellen:

aid infodienst - Verbraucherschutz Ernährung Landwirtschaft e.V.: Fisch

Zusammenschluss von Umweltverbänden rund um die Ostsee Coalition Clean Baltic (CCB) - Link zu Broschüren, die das Thema Fischerei behandeln (größtenteils auf Englisch)

Lern-, Lehr- und Informationsportal der EUCC - Die Küsten Union Deutschland: IKZM-D-Lernen

Fisch-Informationszentrum (FIZ) e.V. - gegründet von Unternehmen der Fischereiwirtschaft

Umweltverband Greenpeace e.V.: Meere

Umweltverband World Wide Fund for Nature (WWF): Meere & Küsten

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